Neues aus dem Saalfelder Stadtrat: September 2024
Informationen zum Ersatzneubau der Grundschule in Gorndorf, aktueller Forstbericht aus dem Stadtwald und eine bedarfsabhängige Rückführung der Reinigungsleistungen in die Stadtverwaltung waren die wesentlichen Punkte der Stadtratssitzung vom 26. September im öffentlichen Teil.
Beim Ersatzneubau der Grundschule Gorndorf soll das Gebäude der ehemaligen Gaststätte „Sokolov“ integriert werden. Dieser Weg musste vom Fördermittelgeber erst bestätigt werden, da die avisierten Fördermittel für einen reinen Neubau galten. Nach einem Vororttermin des zuständigen Thüringer Ministeriums wurden die Fördermittel zugesagt. Somit kann Saalfeld Leerstand beseitigen und den Standort neu beleben. Die Gesamtkosten für den Neubau werden auf 11,5 Mio. EUR geschätzt, die mit 5 Mio. EUR gefördert werden. Die Einbeziehung des Sokolov kostet der Stadt ca. 1,2 Mio. EUR mehr, diese können aber kompensiert werden. Da an der alten Grundschule der Unterricht während des Neubaus weitergeführt werden kann, spart die Stadt die Kosten von Mietcontainern für den Unterricht. So können die Schulkinder an ihrem gewohnten Standort lernen. Die Fertigstellung des Neubaus und der Einzug sind für 2027 geplant. So können die Enkelkinder in einer neuen Schule lernen – an einem Platz, an dem die Großeltern ihr Tanzbein in einer Diskothek schwangen.
Zum Forstbericht aus dem Stadtwald, gehalten vom Stadtförster Alexander Krieck, gibt es nichts Neues zu vermelden. Bezeichnend ist wohl die Routine, mit der man die Beschreibung des todkranken Patienten hinnimmt. Es reicht ein Besuch des Waldes, um sich schnell ein Bild zu machen. Zum Thema Wald sei an dieser Stelle auf Toms Lesestoff im September-Anstoß 2023, Seite 2, verwiesen. Eine Lektüre mit Tiefgang, für die man sich Zeit nehmen sollte. Der Stadt gehören ca. 850 ha Wald, davon sind z.Z. ca. 200 ha Schadfläche, 100 ha davon allein in Gösselsdorf. Es sind etwa 40 ha aufgeforstet, ca. 53 ha haben akuten Aufforstungsbedarf, 42 ha können natürlich verjüngt werden. Als Ersatzpflanzung sind vor allem Esskastanie, Baumhasel, Tanne, Zeder, Douglasie, Kiefer, Lärche, Ahorn, Eiche und Küstentanne vorgesehen. Ein Verlust von 10 bis 30 Prozent muss eingerechnet werden, erst danach sind Nachpflanzungen aus wirtschaftlichen Aspekten nötig. Wildverbiss ist dabei auch ein großes Thema. Die Holzeinschlagsfläche zwecks Schadensbeseitigung liegt nun schon vermehrt über den Flächen der Wiederaufforstung. Glücklicherweise sind die Preise für das Schadholz auf dem Markt noch hoch, trotz großen Angebots. Der Förster empfiehlt der Stadt, aus den jetzt generierten Geldern eine Rücklage zu bilden, da die Kosten für Wiederaufforstung stark steigen werden. Der Effekt könnte schon in zwei Jahren auftreten. Folgt man den Gesetzen des Marktes, bleibt die Frage, wie sich die Holzpreise entwickeln, wenn das Schadholz beseitigt und weniger Festmeter dem Markt zugeführt werden. Holz ist auch ein Baustoff und beeinflusst somit partiell die Baupreise...
Bei der bedarfsabhängigen Rückführung der Reinigungsleistungen in die Stadtverwaltung Saalfeld geht es darum, Reinigungsleistungen wieder durch eigene Angestellte der Stadt durchführen zu lassen, um Aufträge an Firmen abzulösen, bei denen Qualitätsmängel bei gleichzeitiger Kostensteigerung zu verzeichnen sind. Einige beauftragte Reinigungsfirmen können nicht mehr die geforderte Qualität liefern und haben mit Arbeitskräftemangel zu kämpfen. Manch Fluktuation wird wohl auch in der Ausgestaltung der Arbeitsverträge begründet sein. Da in diesem Bereich ein Arbeitgeber vom Öffentlichen Dienst bessere Perspektiven und Arbeitsbedingungen anbietet, ist eine Bindung von gut qualifiziertem und motiviertem Personal zu erwarten. Erste Versuche im Rathaus/Markt 1 brachten eine spür- und sichtbare Qualitätsverbesserung der Reinigungsleistung und höhere Mitarbeiterzufriedenheit zutage. Es sollen nur die Reinigungsverträge gekündigt werden, wo die Not am größten ist. Wo es gut läuft, wird die Zusammenarbeit mit externen Firmen weitergeführt. Für den Haushalt ist die partielle Umstellung kostenneutral und zeigt auf, dass die öffentliche Hand durchaus wirtschaftlicher agieren kann als der freie Markt. Wir fanden die Beschlussvorlage gut und stimmten gemeinsam – wie der Stadtrat – zu.