Neues aus dem Jugendhilfeausschuss – Familien stärken, Kinder schützen, Zukunft gestalten
Im vergangenen Jugendhilfeausschuss (22.06.2026) standen wichtige Entscheidungen für Kinder, Jugendliche und Familien unseres Landkreises auf der Tagesordnung.
Ein zentraler Schwerpunkt war die Fortschreibung des Fachplans Familie 2027–2031. Damit setzt der Landkreis seinen Weg einer aktiven und generationenübergreifenden Familienpolitik fort. Der Fachplan bildet die Grundlage für die Familienförderung im Rahmen des Landesprogramms „Solidarisches Zusammenleben der Generationen“ und ist Voraussetzung dafür, auch künftig Fördermittel des Landes Thüringen für Familienprojekte zu erhalten.
Unter dem Leitgedanken „Wir alle sind Familie!“ werden Familien in allen Lebensphasen unterstützt – vom Start ins Leben bis ins hohe Alter. Gefördert werden u. a. Babylotsen, Eltern-Kind-Zentren, Familienzentren, Erziehungsberatung, Sozial-Lotsen, Senior*innenbüros sowie ehrenamtliche Senior*innenbeauftragte. Aktuell werden im Landkreis 18 größere Projekte sowie zahlreiche generationsübergreifende Mikroprojekte umgesetzt, die besonders den ländlichen Raum stärken.
Der Fachplan reagiert auf zentrale Herausforderungen wie den demografischen Wandel, sinkende Bevölkerungszahlen sowie neue Familienformen und regionale Unterschiede zwischen Stadt und Land. Ziel ist es, Familien verlässlich zu unterstützen, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu stärken, Beratungs- und Bildungsangebote auszubauen und den Dialog zwischen den Generationen zu fördern.
Zudem wurde der Kindergarten-Bedarfsplan 2026/2027 beschlossen. Angesichts sinkender Kinderzahlen stehen viele Kindergärten vor großen Herausforderungen. Umso wichtiger ist es, die bestehende Infrastruktur zu erhalten. Kindergärten sind weit mehr als Betreuungseinrichtungen – sie sind wichtige Bildungsorte und soziale Ankerpunkte in Stadt und Dorf. Kleine Einrichtungen sind dabei ebenso wertvoll wie große, Einrichtungen im ländlichen Raum ebenso wichtig wie in der Stadt. Daher braucht es das gemeinsame Ziel, ein wohnortnahes Angebot und die Vielfalt der Trägerlandschaft zu sichern. Positiv ist, dass dieser Wille sowohl bei den Trägern, im Landkreis als auch auf Landesebene erkennbar ist.
Die Berichte des Jugendamtes zeigen zugleich steigende Anforderungen: mehr Fälle im Kinderschutz, mehr Beratungsbedarf bei Trennung und Scheidung sowie zunehmende Herausforderungen im Jugendschutz. Uns ist klar: Die Beschäftigten des Jugendamtes, freie Träger und viele Ehrenamtliche täglich wertvolle Arbeit unter teils schwierigen Bedingungen. Vielen Dank dafür!
Eines wird hierbei besonders deutlich: Wer Kinder und Familien stärkt, muss auch die Jugendhilfe stärken. Gute soziale Infrastruktur, ausreichend Personal in allen Bereichen der sozialen Arbeit, starke Kindergärten und eine verlässliche Finanzierung sind keine Kostenfaktoren, sondern Grundlage für Chancengleichheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt.