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Integration braucht Perspektiven statt 80-Cent-Jobs

Unser Landkreis braucht Menschen – Chancen, Teilhabe und reguläre Arbeit statt Ausgrenzung

Saalfeld-Rudolstadt, 16. September 2026 – Die AfD im Kreistag Saalfeld-Rudolstadt möchte Arbeitsgelegenheiten nach § 5 Asylbewerberleistungsgesetz systematisch und flächendeckend ausweiten. Menschen mit Fluchtgeschichte sollen für gemeinnützige Tätigkeiten herangezogen werden und dafür eine Aufwandsentschädigung von 80 Cent pro Stunde erhalten. Bei unbegründeter Ablehnung sollen Sanktionen möglich sein.

Die Linke Saalfeld-Rudolstadt setzt dem ein klares Nein entgegen: Unser Landkreis braucht Menschen, die hier sicher und willkommen leben, arbeiten, sich engagieren und Teil unserer Gesellschaft werden können.

„Wenn unser Landkreis Menschen braucht, dann müssen wir ihnen Chancen eröffnen – und sie nicht zu Arbeitskräften zweiter Klasse machen. Eine Politik, die Menschen aufgrund ihrer Herkunft in einen eigenen Sonderstatus drängt, ist für uns keine Integration. Integration bedeutet gleiche Chancen, Teilhabe und die Möglichkeit, sich hier eine Zukunft aufzubauen“, erklärt Christin Ludwig, Kreisvorsitzende der Linken Saalfeld-Rudolstadt.

Unser Landkreis braucht Menschen

Saalfeld-Rudolstadt steht vor großen demografischen Herausforderungen. Unsere Gesellschaft wird älter, Unternehmen suchen Arbeitskräfte und viele junge Menschen verlassen die Region. Gleichzeitig leben bei uns Menschen mit unterschiedlichen Geschichten, Fähigkeiten und Erfahrungen, die sich einbringen und hier eine Zukunft aufbauen möchten.

Die UNO-Flüchtlingshilfe stellt die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Fluchtgeschichte in den Mittelpunkt. Dazu gehören insbesondere Zugang zu Bildung, Arbeit und gesellschaftlicher Teilhabe.

Auch im Landkreis gibt es bereits Strukturen und Projekte, an die angeknüpft werden kann. Diese müssen aus Sicht der Linken gestärkt und stärker mit Sprachförderung, Qualifizierung, Ausbildung und regulärer Beschäftigung verbunden werden.

„Wenn jemand eine Ausbildung machen kann, sollten wir den Weg dorthin ermöglichen. Wenn jemand Berufserfahrung mitbringt, sollten wir helfen, daraus eine reguläre Beschäftigung zu machen“, sagt Sascha Krüger, Mitglied des Kreistages. „Unser Ziel muss der erste Arbeitsmarkt sein.“

Gute Gemeinschaft statt Ausgrenzung

Integration bedeutet mehr als Beschäftigung. Menschen sollen sich sicher und wohl fühlen, Nachbarschaften entstehen können und Begegnungen möglich sein – im Verein, im Betrieb, in der Feuerwehr, in der Schule oder im Ehrenamt.

„Wir können es uns nicht leisten, Menschen auf ihre Herkunft oder ihren Aufenthaltsstatus zu reduzieren“, erklärt Katharina Fritz, Mitglied des Kreistages. „Wir brauchen jede und jeden, der hier leben, arbeiten und sich einbringen möchte. Es darf keine Menschen erster und zweiter Klasse geben. Eine gute Gemeinschaft entsteht dort, wo Menschen miteinander leben und füreinander da sind.“

Die im AfD-Antrag vorgesehenen 80 Cent sind keine reguläre Entlohnung. Der gesetzliche Mindestlohn beträgt seit Januar 2026 13,90 Euro brutto pro Stunde.

DIE LINKE will deshalb den Blick auf die Chancen richten, die Menschen mit Fluchtgeschichte mitbringen: berufliche Erfahrungen, Qualifikationen, handwerkliche Fähigkeiten, Mehrsprachigkeit, Engagement und den Wunsch, sich eine Zukunft aufzubauen.

Christin Ludwig abschließend: „Wir sollten nicht zuerst darüber sprechen, was Menschen mit Fluchtgeschichte kosten, sondern darüber, was sie können und welche Chancen sie mitbringen. Unser Landkreis braucht junge Menschen, Familien, Beschäftigte, Fachkräfte und Menschen, die sich engagieren. Wenn Menschen hierbleiben und sich eine Zukunft aufbauen wollen, ist das eine Chance für uns alle.“

Die Linke Saalfeld-Rudolstadt steht für einen Landkreis, in dem niemand aufgrund seiner Herkunft zum Menschen zweiter Klasse gemacht wird. Integration braucht Perspektiven – und die Chance, hier wirklich anzukommen und dazuzugehören.

 

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