Aus dem Saalfelder Stadtrat: Oktober 2026
Auch diese Sitzung begann, wie üblich, mit dem Bericht des Bürgermeisters. Er konnte verkünden, dass die Wiederaufnahme der Planung für die Umgestaltung des Kirchplatzes möglich war, da Fördergelder zur Verfügung stehen. Somit kann im Juni 27 mit den Umgestaltungsarbeiten begonnen werden.
Die durch den Glasfaserausbau entstandenen Mängel im Zechengrund werden bis November beseitigt.
Der TÜV hat alle Gemeindespielplätze geprüft. Dabei gefundene Mängel werden durch den Bauhof beseitigt.
Im Anschluss folgte der für diese Sitzung spannendste Bericht: Gregor Zeh, Leiter der Landespolizeiinspektion Saalfeld, informierte zur Kriminalstatistik und aktuellen Lage der Landespolizeiinspektion.
Zum aktuellen Zeitpunkt gibt es für Saalfeld, Rudolstadt, den Saale-Orla-Kreis und Sonneberg fünf Dienststellen. In Saalfeld sind 500 Beamte angestellt, das gegenwärtige Soll wären 599. Allerdings wurde die Personalbemessung das letzte Mal 2012 durchgeführt; seither ist die Einwohnerzahl gesunken. Für den Landkreis Saalfeld/Rudolstadt sind 4 Streifenwagen im Einsatz.
2025 wurden im Stadtgebiet Saalfeld 2.181 Straftaten registriert (das ist das Hellfeld – das heißt, die angezeigten und ermittelten Straftaten). Dies entspricht zwei Dritteln der Taten im Städtedreieck. Hierbei wurde festgestellt, dass die Zahl der Rauschgiftdelikte gesunken ist (was aber auch der neuen Gesetzgebung geschuldet ist). Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, Rohheitsdelikte und Vermögens- und Fälschungsdelikte sind steigend.
Bei einem Anteil von 14.422 Ausländern und 214.401 Deutschen an der Bevölkerungsstruktur verteilen sich die Straftaten (Tatverdächtige nach Herkunft) auf 921 ausländische und 4.434 deutsche Tatverdächtige. Hierbei überwiegen bei den ausländischen Tatverdächtigen Delikte im Hoheitsbereich und bei Beleidigungen (untereinander).
Zur politisch motivierten Kriminalität gibt es Folgendes zu berichten: Insgesamt wurden 2025 412 Fälle registriert, davon 100 Fälle, die nicht eindeutig politisch zuordenbar waren (Schmierereien etc.), des Weiteren 211 rechtsextreme bzw. rechtsmotivierte Straftaten, 94 linksextremistische bzw. linksmotivierte, 3 ausländische und 4 religiöse Straftaten (in Saalfeld). In den Wahljahren (Bundestag, Regionalwahlen) lag die Zahl etwas höher, es zählen hier auch Beschädigungen von Wahlplakaten und Demoverstöße mit dazu.
Zunehmend werden auch Internet- und Telefonbetrugsversuche angezeigt.
Beim Vandalismus, der auch immer mehr zunimmt, liegt die Aufklärungsrate bei nur 10 bis 12 Prozent. Das ist der Tatsache geschuldet, dass nicht immer ein Streifendienst vor Ort sein kann und viele Taten erst Tage später entdeckt und angezeigt werden.
Wer mehr über die Dunkelfeldstudie (nicht offiziell angezeigte oder bemerkte Straftaten) wissen möchte, dem steht im Internet der SKID-Bericht zur Verfügung.
Als zweiten interessanten Tagesordnungspunkt berichtete Herr Bastam vom Planungsbüro „Vitaminoffice Architekten“ zur dritten Entwurfsplanung zum Ersatzbau der Grundschule „Am roten Berg“ in Gorndorf.
Es sind sehr anschauliche und wirklich schöne Pläne. Das alte Sokolov ist wunderbar in den Bau einbezogen und mit dem Neubau verknüpft. Für die Schüler entsteht ein helles, großzügiges und grünes Lerngebäude mit Platz zum Entfalten. Ein großer Speisesaal mit Küche zum Lernen gibt eine Möglichkeit zum Entspannen in den Pausen. Der große Eingangsbereich des „Sokolov“ wird hell und großzügig gestaltet und steht auch den Bibliotheksbesuchern zur Verfügung. Die Sanitärbereiche sind großzügig bemessen. Man möchte spontan sagen: „In dieser Schule hätte ich auch gerne gelernt“.
Damit war der wohl längste Teil der Sitzung beendet.
Folgende Beschlüsse bzw. Informationen gab es noch:
- Der Sitzungsplan des Stadtrates für 2027 wurde beschlossen.
- Die Teilnahme am Programm zur zentralen Beschaffung von Feuerwehrfahrzeugen des Freistaates Thüringen mit den Ländern Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern ermöglicht es der Stadt, für die Feuerwehr ein Spritzenfahrzeug mehr zu erwerben. Da stimmten natürlich alle Stadträte zu, denn unsere Feuerwehr braucht jedes Ausrüstungsteil, um effektiv arbeiten und retten zu können.
- Herr Andreas Schleizer wurde als sachkundiger Bürger in den Bau- und Wirtschaftsausschuss berufen, Frau Cornelia Moersch als sachkundige Bürgerin in den Kultur-, Sozial-, Schul- und Sportausschuss. Beide sind Mitglieder vom Seniorenbeirat, aus dessen Gremium der Wunsch zur Entsendung der sachkundigen Bürger kam.
- Das Heimatmuseum hat in den 50er Jahren einige Museumsobjekte an ein Museum in Lutherstadt Wittenberg verliehen, die schon damals nicht in die Saalfelder Sammlung passten. Das fiel bei einer Prüfung der Museumsbestände auf. Um die Verleihung auf sicheren Boden zu stellen, sollen diese Objekte zu einem symbolischen Preis von 1,00 € an die Stadt Wittenberg verkauft werden. Dem stimmte der Stadtrat zu.
Das waren die wesentlichen und interessantesten Beschlüsse aus der Sitzung.
Wer Fragen oder Anregungen hat, kann sich jederzeit an Sven oder mich wenden. Wir werden stets zeitnah antworten.