Zum Hauptinhalt springen

Aus dem Saalfelder Stadtrat: August 2025

Anja Rosenbusch

Am 27.08.25 fand die erste Sitzung nach der Sommerpause statt. Diese hatte eine recht umfangreiche Tagesordnung.

Zu Beginn der Sitzung kam unser Bürgermeister einer schönen Aufgabe nach, er überreichte Herrn Kremlitschka, dem scheidenden Leiter des Saalfelder Jobcenters, die Silberne Ehrenmedaille der Stadt Saalfeld und würdigte seine langjährige engagierte Arbeit.

Dieser bedankte sich – sehr überrascht und erfreut – und gab das Lob an seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiter, die ihn die ganzen Jahre tatkräftig unterstützt haben.

Eine zweite Auszeichnung bekam Herbert Uhlmann. Er wurde mit der Ehrennadel in Silber der Stadt Saalfeld ausgezeichnet – für sein jahrzehntelanges und bis heute anhaltendes ehrenamtliches Engagement in unserer Stadt und besonders beim FC Saalfeld. Den FC Saalfeld kann man sich nicht ohne Herbert Uhlmann vorstellen.

Nach diesem feierlichen Moment bekam Herr Dirk Bergner das Wort, bzw. seine Mitarbeiterin, und sie stellten dem Stadtrat das neue KomBus Flex/On-Demand-Rufbus-System vor, das am 14.12.2025 mit dem neuen Fahrplan startet.

Sinn und Zweck ist es, bisher abgehängte Gemeinden flexibel an das öffentliche Verkehrsnetz anzubinden, in dem ein Shuttlekleinbus (barrierefrei mit Rollstuhltransportmöglichkeit, 8 Sitze) per App, E-Mail oder Telefon von 7 Tagen bis 2 Stunden vor der geplanten Fahrt angefordert werden kann. Dieser bringt die Fahrgäste dann zur nächstgelegenen öffentlichen Bushaltestelle, wo zeitnah ein Bus abfährt.

Diese Busse stehen in der Woche von 8 bis 12 und 15 bis 17 Uhr an Schultagen, an den Wochenenden von 9- bis 15 Uhr und in den Ferien von 6 bis 17 Uhr zur Verfügung. Im Unterschied zum Rufbus, der an feste Zeiten gebunden ist, kann man den Flex Bus jederzeit in den angegebenen Zeitspannen bestellen. Die Beförderung erfolgt bis zur Haltestelle einer Hauptstrecke als Zubringer.

Es wird eine große Hilfe besonders für ältere Einwohner sein, die flexibler und leichter zum Arzt oder zum Einkaufen kommen. Andere Zeiten sind aus personaltechnischen und Kostengründen (der freien Marktwirtschaft sei Dank) zurzeit noch nicht möglich. (Das war die Antwort auf unsere Frage, warum es keine Zeiten abdeckt, um wenigstens abendliche Kulturangebote an einem Freitag oder Samstag ohne PKW-Einsatz wahrnehmen zu können).

Sehen wir es als guten Anfang und Schritt in die richtige Richtung, abgehängte Orte wieder an das öffentliche Leben anzubinden. Der Alltag wird zeigen, wie dieses Angebot angenommen wird.

Ein weiterer Punkt der Sitzung war der Beschluss, dass eine Erweiterung der Grabaer Obdachlosenunterkunft mit Sanierung der bereits bestehenden Unterkunft erfolgen kann und es wurde ein Bauunternehmen damit beauftragt.

Große Diskussion gab es noch einmal bei dem Beschluss, den Bau einer Multifunktionshalle für den Feuerwehrverein Kleingeschwenda mit 30.000 € von der Stadt zu unterstützen.

Es wurde allerdings dann doch mehrheitlich zugestimmt.

Argumente dafür: die Feuerwehr braucht für die Jugendfeuerwehr einen sicheren Raum zum Üben und viel Lagermöglichkeit für die Geräte. Das bestehende Feuerwehrhaus ist nicht barrierefrei, das Seniorenzimmer im Verwaltungsgebäude (alte Schule) ist sehr klein und nur begrenzt barrierefrei, die Turnhalle kann nicht wie gewünscht genutzt werden, durch die Erweiterung des Bauhofes fallen Lagermöglichkeiten und Zuwege zur Turnhalle weg, am Löschteich gibt es keinen Platz mehr für Dorffeste.

Somit hat sich der Verein entschieden, weitgehend durch Sponsoring und Eigeninitiative eine große Halle für alle Zwecke zu bauen. Der Bau der Halle wird auf etwa 120.000 € veranschlagt, wobei durch Eigenleistung des Vereins und Unterstützer etwa 80.000€ beigesteuert werden. Für Saalfeld eigentlich eine gute Sache, wenn die Stadtkasse ad hoc die Summe einfach beisteuern könnte.

Argumente dagegen: In anderen Höhendörfern, vor allem in Volkmannsdorf, sind Löschteiche dringend sanierungsbedürftig, dafür gibt es in der Stadtkasse gerade kein Geld.

Es ist eine Neiddiskussion seitens der anderen Dörfer, die nicht einmal die jetzt in Kleingeschwenda vorhandenen Einrichtungen haben, zu befürchten.

Die Feuerwehr kann zum Üben den Sportplatz nutzen, für Feiern können dort Festzelte aufgestellt werden, es wurde ein Lagercontainer bereits zur Verfügung gestellt, um die Feuerwehrgarage zu entlasten.

Die Halle könnte kleiner und kostengünstiger konzipiert werden.

Es ist nicht geklärt, welche Folgekosten in den nächsten Jahren auf den Verein und damit logischerweise auf die Stadt noch zukommen werden. Man betonte zwar in der Debatte, die laufenden Kosten trage der Feuerwehrverein, doch wir wiesen darauf hin, dass bei finanzieller Überlastung des Feuerwehrvereins die Stadt Saalfeld wohl unterstützend tätig und somit finanziell belastet wird.

Die Stadt weiß schon heute nicht, wo sie das Geld noch einsparen soll und wie im nächsten Jahr der Haushalt aussehen wird. Der diesjährige konnte nur mit großer Anstrengung aufgestellt werden, unter Einplanung einer Neuschuldenaufnahme von 2 Mio. €.

Fazit: Es ist im Prinzip eine nachvollziehbare Idee mit vielen dicken Fragezeichen.

Wir haben uns in der Fraktion dagegen entschieden, allerdings habe ich (A. Rosenbusch) mich enthalten, da ich für die Jugendfeuerwehr den Nutzen auf jeden Fall sehe, aber das ganze Projekt viel zu umfangreich angelegt ist und damit viel zu teuer. So ging dann eine lange Sitzung, für uns etwas unbefriedigend, zu Ende.

Zurück zum Kopf der Seite