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Jürgen Powollik

Gedenken an die Todesmärsche in Thüringen vor 75 Jahren

Picasa

Die Auflösung der Konzentrationslager, nicht nur in Thüringen, war ein Versuch, die Verbrechen an den Gefangenen zu vertuschen. Anfang April 1945 wurden nun auch Deportationsmärsche für das Stammlager Buchenwald und dessen 88 Außenlager mit Tausenden von Häftlingen angeordnet, aus dem Stammlager wurden 28.000 Häftlinge auf den Marsch geschickt. 21.000 Häftlinge, die im KZ Buchenwald zurückblieben, konnten sich beim Vorrücken der US-Armee am 11. April selbst befreien.

Thüringer Bewohner aus mindestens 150 Gemeinden sahen die sehr abgemagerten Gestalten in den blau-weißen Anzügen mit den Baskenmützen. Sie hörten das Geklapper der Holzschuhe, kraftlos, hungrig und von Durst gequält schlurften die Häftlinge damals über die Straßen. Es gab von der SS keine Gnade für die Gequälten. Die Thüringer wurden mit den Verbrechen der Faschisten hautnah konfrontiert. Etwa ein Drittel der auf die Todesmärsche geschickten Menschen, überlebte nicht.

Entlang der Routen der Todesmärsche findet man heute in Thüringen eine Vielzahl ähnlicher Gedenkzeichen, die an dieses Massenverbrechen im Frühjahr 1945 erinnern. In unserem Landkreis gibt es 39 Orte des Gedenkens. In diesem Jahr können die Gedenkveranstaltungen zur Befreiung vom Faschismus wegen der Epidemie nicht stattfinden. Aber ein Besuch der Friedhöfe, Gedenksteine und der Gedenkstätte ist erlaubt, man kann individuell dort eine weiße Rose niederlegen. Dies taten Mitglieder der Basisgruppe Saalfeld-Rudolstadt der Landesvereinigung Thüringen Bund der Antifaschisten an den Gedenksteinen zur Erinnerung an die Todesmärsche in Rudolstadt und Saalfeld. Sorgen wir dafür, dass die Grauen des Faschismus nicht vergessen werden und sich nie wiederholen.