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Hubert Krawczyk

Weihnachtlicher Leserbrief an die OTZ zum Kommentar „Weihnachten und christliche Werte“ der Ausgabe vom 24.12.2018

Herr Hilders meint, aus „vollen Gottesdienste(n) Heiligabend, die auch viele Nichtchristen anlocken“, eine aktuelle Attraktivität und universelle Gültigkeit der christlichen Werte ableiten zu können. Das ist nur ein naiver Kurzschluss.

Herr Hilders meint, aus „vollen Gottesdienste(n) Heiligabend, die auch viele Nichtchristen anlocken“, eine aktuelle Attraktivität und universelle Gültigkeit der christlichen Werte ableiten zu können. Das ist nur ein naiver Kurzschluss.
Ärgerlicher dagegen ist sein Versuch, die sogenannten christlichen Werte zum Fundament unserer Gesellschaft zu erheben. Das Fundament unserer Gesellschaft ist das Grundgesetz, welches die Grundrechte der Menschen, egal welchen oder auch keines Glaubens, gegenüber dem Staat enthält. In den Grundrechten findet sich ein Werte- und Anspruchssystem wieder, dessen erster Artikel zum Beispiel das Bekenntnis zum objektiven Wert der Menschenwürde enthält. Das Prinzip der Menschenwürde ist sicher auch ein christliches. Es ist aber zuerst ein menschliches, es wird nicht nur von Christen vertreten. Bereits 1948, also vor dem Grundgesetz, hatten dieses die Vereinten Nationen in einer Universellen Erklärung proklamiert. Ein christlicher Alleinvertretungsanspruch in Sachen Wertesystem ist fehl am Platz.