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Sascha Krüger

Was die Presse sieht – ein Kommentar zum Bundesparteitag

 

Die [´solid]-Gruppe Saalfeld-Rudolstadt wohnte dem Bundesparteitag am zweiten Tag, soweit es den Mitgliedern möglich war, bei und erlebte so den ganzen Ablauf an diesem Tag, sowohl innerhalb des Tagungssaals als auch davor, im Gespräch mit Delegierten oder anderen Parteimitgliedern, die man nicht täglich trifft.

So gelang ein Foto der anwesenden Solids mit Katja Kipping und eines mit Susanne Hennig-Wellsow. Unser Rainer hat sich, trotz der [´solid]-Altersgrenze beide Male, mit auf diese Bilder geschlichen.

Ansonsten empfand die [´solid] Ortsgruppe den Parteitag als interessante Erfahrung und hörte den Reden der Parteivorsitzenden und dem Bericht Gregor Gysis gespannt zu. Der, am dritten Tag hochgekochte Konflikt war zwar teilweise bereits absehbar, doch wurde viel personenunabhängig debattiert und die Partei konnte sich inhaltlich aufstellen, nachdem die große Menge an Änderungsanträgen zum Leitantrag verabschiedet worden war. Auch hier wurden Konflikte sichtbar, die sich jedoch nicht an Personen festmachen ließen, so wie eine inhaltliche Debatte auch erfolgen sollte.

Die Wahl des Geschäftsführers der Bundespartei war nun jenes Ereignis, dem die Gruppe entgegenfieberte, da wir geschlossen davon überzeugt sind und waren, dass Frank Tempel der Kandidat war, den wir unterstützen. Die Fürrede von Susanne Hennig-Wellsow für Jörg Schindler konnten wir in dem Moment nicht nachvollziehen und können es trotz vieler Erklärungen auch heute noch nicht, vor allem, da sie sich als „Landesvorsitzende von Thüringen“ vorgestellt hat und so eventuell den Anschein erweckt haben könnte, dass sie für die Landespartei spräche.

Das knappe Wahlergebnis (265 zu 262 für Jörg Schindler) erschien wie ein Hohn und wir wünschen Frank alles Gute.

Alle positiven parteipolitischen Auseinandersetzungen an diesem Tage spielten jedoch kaum eine Rolle in der Berichterstattung der Medien, da schon vor dem „Ausbruch“ des Konflikts am Sonntag die Medien alle Mitglieder, derer sie habhaft werden konnten, zu dem angeblichen Wagenknecht-Kipping Konflikt befragt haben.

Das Phänomen ist bekannt. Es nennt sich „selbsterfüllende Prophezeiung“. Wir als [´solid] verurteilen das Vorgehen der Medien, die eine parteiinterne Diskussion so dramatisieren, dass sogar Genossen den Parteitag verurteilen. Wir sagen, die Partei lebt von der Diskussion. Wenn die kapitalistische Presse keine ehrliche Berichterstattung über den Parteitag durchführen möchte, dann sollten wir darüber nachdenken, unsere Diskussionen und Debatten nur noch mitgliederöffentlich durchzuführen.

Sascha Krüger, Sprecher der [´solid]-Gruppe Saalfeld-Rudolstadt