25. Februar 2018

Frauen in Leitungs- und Aufsichtsgremien

Mit Blick auf die Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage zum Thema Frauenanteile in Leitungs- und Aufsichtsgremien konstatiert Karola Stange, Sprecherin für Gleichstellungspolitik der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag und Vorsitzende des Gleichstellungsausschuss des Thüringer Landtags: „Die Ergebnisse der Anfrage zeigen einen Trend in die richtige Richtung. Es gelingt deutlich mehr Frauen der Aufstieg in Aufsichts- und Leitungsgremien.“ In Aufsichtsgremien von Unternehmen mit Landesbeteiligung erhöhte sich der Anteil von Frauen auf 30 Prozent im Jahr 2017, vor Inkrafttreten des Thüringer Gleichstellungsgesetzes 2013 waren es lediglich 12,2 Prozent.Ein positives Beispiel ist hier die Thüringer Landgesellschaft mbh mit einem Anteil von 42,9 Prozent. Damit sind 3 von 7 Personen im Aufsichtsrat weiblich. Hier sind zwei Frauen gegenüber dem Jahr 2013 hinzugekommen.

Auch bei der Besetzung der Aufsichtsgremien von Stiftungen öffentlichen Rechts mit Landesbeteiligung zeigt sich ein erkennbarer Anstieg der Beteiligung von Frauen von 29,3 Prozent im Jahr 2013 auf 38,1 Prozent 2017.

Bei der Stiftung Familiensinn und der Stiftung Hand in Hand liegt der Frauen-Anteil bei 83 Prozent bzw. rund 73 Prozent. Im Gegensatz dazu finden sich in den Aufsichtsgremien der Klassik Stiftung Weimar nur eine Frau bei neun Mitgliedern und in der Stiftung Vereinigte Kirchen- und Klosterkammer Erfurt nur eine Frau bei acht Mitgliedern.

Für die Leitungsgremien lässt sich feststellen, dass der Anteil von Frauen unter einem Drittel liegt. So beträgt der Anteil von Frauen in den Leitungsgremien von Unternehmen mit Landesbeteiligung nur 23,5 Prozent und in denen der Stiftungen öffentlichen Rechts mit Landesbeteiligung nur 30 Prozent.

„Obwohl ein erfreulicher Trend abzulesen ist, sind wir noch weit von unserem Ziel einer geschlechtergerechten Besetzung der Gremien entfernt. Dass sich neben der Unterrepräsentation von Frauen auch eine deutliche geschlechterstereotypische Tendenz, etwa bei der Besetzung der Aufsichtsgremien von Stiftungen öffentlichen Rechts mit Landesbeteiligung, findet, zeigt deutlich, dass noch Luft nach oben besteht und weitere politische und gesellschaftliche Auseinandersetzung nötig ist“, zieht Karola Stange Resümee.