6. Mai 2014 Rainer Kräuter

Straßenwahlkampf gestartet

Es war in diesem Jahr ein ganz besonderer 1. Mai. Nicht nur, dass wir uns als Kreisverband wieder auf zwei parallel stattfinden Veranstaltungen dem Saalfelder Publikum und den Gästen der Stadt präsentierten, wir haben auch den Wahlkampf für die Europa- und Kommunalwahl eröffnet.

Viele, viele Stunden haben wir in die Vorbereitungen investiert, um Plakat- und Flyerinhalte vorzubereiten, um diese zu gestalten, dann drucken zu lassen, Plakate von der Landesgeschäftsstelle in unsere Wahlkampfzentrale Haskala zu bringen , die Plakate dann zum Aufhängen vorzubereiten und und und.

So ganz nebenbei haben wir uns dann noch mit dem Alltag der Fraktionsarbeit im Kreistag beschäftigt. Die Genossen Krawczyk und Grünschneder wurden medial aktiv und äußerten sich zu kommunalpolitischen Themen in der OTZ. Die Genossinnen und Genossen in Rudolstadt traten fremdenfeindlichen Aktivitäten entgegen. Man könnte meinen: „Mehr geht nicht!“
Ich bin ja nun seit einigen Monaten sehr nah an der Arbeit des Kreisverbandes. Ich sehe, dass es viele tolle Genossinnen und Genossen gibt, die auch richtig anpacken. Ich habe seit Januar so fast jede Zusammenkunft der Macher_innen im Kreisverband begleitet. Ich habe hingeschaut, abgeguckt, bin immer noch am Lernen. Gegenwärtig stell ich mir aber die Frage, ob jedem Genossen, jeder Genossin, die Bedeutung des Wahlkampfes auch über den eigenen Ortsverband hinaus klar und bewusst ist. Hier verspüre ich im gemeinsamen Miteinander deutliches Optimierungspotential.

Wenn man sich die Frage stellt, wie stark sich Menschen überhaupt für Politik interessieren, dann zeigt sich sofort das Dilemma, vor dem wir stehen: Auf der einen Seite ist ein guter Wahlkampf schwierig, weil die Menschen bereits entschieden sind und kaum mehr neue Impulse wollen. Dort kommt der Wahlkampf zwar in all seinen Facetten an, aber er verhallt ohne nachhaltigen Effekt. Das dürfte bei den politisch interessierten Menschen der Fall sein. Antwort dazu am Infostand: „Ich weiß, wen ich wähle... – die anderen haben mich genug verarscht...“ Diese Menschen verfolgen den Wahlkampf eher so, als säßen sie auf der Tribüne. Umentscheiden werden sie sich, so glaube ich, nicht.

Auf der anderen Seite ist ein guter Wahlkampf schwierig, weil er gerade nicht bei den Menschen ankommt. Zwar wären diese Menschen durchaus offen für neue Impulse, schließlich sind sie alles andere als entschieden – aber dort überhaupt hinzukommen, anzukommen – das ist unsere Schwierigkeit. Das sind die weniger interessierten Menschen. Die sind, so meine ich, in der Überzahl.

Diese Menschen müssen wir erreichen. Da ist jede Idee willkommen. Von Popcorn zubereiten bis Kinowerbung. Von Straßenwahlkampf bis Wahlkampf im Internet. Und genau deshalb müssen wir versuchen, uns besser zu verzahnen, müssen wir versuchen, intensiver zu kommunizieren, Ideen entwickeln, diese austauschen und diese dann auch umsetzen. Zu viele Informationen bleiben gegenwärtig im Kreisvorstand ohne entsprechende Mitgliederreaktion. Die interne Kommunikation (bei einer guten Kultur) ist der Grundstein, dass Wahlkämpfe erfolgreich verlaufen.

Unser Ziel muss sein, einen optimalen Wahlkampf zur Europa- und Kommunalwahl hinzubekommen und die beiden Wahlkreise zur Landtagswahl im September zu gewinnen. Das gelingt weder Katharina noch mir im Alleingang. Nach dem 23 Mai würde ich mich gerne mit den Machern irgendwo einschließen und Aufgabenkritik betreiben. Nichts ist ja bekanntlich langweiliger, als sich mit dem Erfolg von gestern zu beschäftigten. Also Genossen, auf geht’s... Für erfolgreiche Wahlkämpfe...

Quelle: http://www.die-linke-saalfeld-rudolstadt.de/nc/presse/news/detail/artikel/strassenwahlkampf-gestartet/