30. Juli 2012

DIE LINKE kritisiert Fehlen des Kulturkonzepts: Kulturszene weiter im luftleeren Raum

"Besonders vor dem Hintergrund der anstehenden Haushaltsverhandlungen ist es unerlässlich, endlich klare Aussagen zum Kulturbegriff und zu förderfähigen Strukturen der Thüringer Kulturszene von der Landesregierung zu erhalten", konstatiert die kulturpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Thüringer Landtag, Dr. Birgit Klaubert, nach ihrer einwöchigen KulturTOUR durch Süd- und Westthüringen und vielen Gesprächen mit Akteuren der Hoch- und Breitenkultur. Sie bekräftigt damit erneut die Notwendigkeit des noch immer fehlenden Kulturkonzeptes, welches Minister Matschie seit über einem Jahr ankündigt.

In den vergangenen Wochen und Monaten habe es allerdings immer wieder divergierende Aussagen von Minister Matschie und Staatssekretär Prof. Deufel über den Zeitpunkt der Veröffentlichung des Konzeptes gegeben. Dieser Umstand erschwere vor allem die Arbeit der Kulturschaffenden und schüre Verunsicherung, da sich die Akteure in einem luftleeren Raum befänden, moniert die Altenburger Abgeordnete. "Ohne klare Rahmenbedingungen und verlässliche Richtlinien zu einer ganzheitlich zukunftsfähigen Thüringer Kulturszene wird es immer wieder Schwelbrände geben, die nur punktuell gelöscht werden können", ist sich Klaubert sicher. Mit Sorge beobachte sie, "wie der Kulturkannibalismus in Thüringen weiter um sich greift und sich das Konkurrenzempfinden innerhalb der Kulturlandschaft ausbreitet". So habe es während ihrer Rundreise zum Thema "Kulturfinanzierung und kulturelle Teilhabe im ländlichen Raum" auch immer wieder Aussagen gegeben, dass die Verteilung der Landesmittel für Kultureinrichtungen intransparent und ungerecht sei. "Vor allem die Vertreterinnen und Vertreter der Soziokultur klagen über die geringe Planungssicherheit und den hohen bürokratischen Aufwand, um eine Förderung zu erhalten", berichtet die Kulturpolitikerin. Demnach sei es auch dringend erforderlich, dass sich Thüringen dazu verständigt, was man unter öffentlicher Kulturförderung verstehe. Auf diese und andere nicht geklärte Fragen und Probleme erhofft sich die Linksfraktionärin Antworten und Visionen im Kulturkonzept der Landesregierung.

Aus diesem Grund hatte Dr. Klaubert bereits vor ihrer KulturTOUR eine Kleine Anfrage zum Stand des Kulturkonzeptes eingereicht. Mit der Antwort wird im September gerechnet. "Ich hoffe allerdings, dass spätestens nach Ende der Parlamentsferien Anfang September das Kulturkonzept endlich vorliegt, damit die Haushaltsberatungen des Kulturetats auch auf fundierter Basis stattfinden können. Mittlerweile habe ich aber so meine Zweifel und befürchte, dass die Kultur Thüringens weiter aufs Abstellgleis gestellt wird", so Dr. Klaubert abschließend.

Quelle: http://www.die-linke-saalfeld-rudolstadt.de/nc/presse/news/detail/artikel/die-linke-kritisiert-fehlen-des-kulturkonzepts-kulturszene-weiter-im-luftleeren-raum/