28. April 2017

Heraus zum 1. Mai! „Wir sind viele. Wir sind eins.“

„Der 1. Mai ist DER traditionelle Tag der Arbeiterinnen und Arbeiter. All diejenigen Menschen, die heute in den Genuss kommen, regulär in einem Acht-Stunden-Arbeitstag und in einer Fünf-Tage-Woche zu arbeiten, sollten sich die Geschichte dieses Tages wieder ins Gedächtnis rufen. Nur, weil Arbeiterinnen und Arbeiter 1856 in Australien und 1886 in US-Amerika solidarisch beieinanderstanden und für ihre Interessen kämpften, können wir heute so leben und arbeiten, wie wir es tun. Deshalb ehren wir an diesem Tag alle, die sich vor vielen Jahren - aber auch heute - für die Interessen der Arbeiterinnen und Arbeiter, und dazu zähle ich alle abhängig Beschäftigten, einsetzen. Kommt heraus zum 1. Mai“, mit diesen Worten lädt Rainer Kräuter, gewerkschaftspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, zur Teilnahme an den Maikundgebungen unter dem Motto „Wir sind viele. Wir sind eins.“ ein.

In Deutschland war der 1. Mai erstmals im Jahr 1919 ein Feiertag und wurde 1933 von den Nationalsozialisten für ihre menschenfeindliche Ideologie instrumentalisiert und zum gesetzlichen Feier-„Tag der nationalen Arbeit“ erkoren. „Heute versuchen neue Nazis, diesen Tag für sich zu nutzen, indem sie die Interessen der Arbeiterbewegungen auf nationalistische Themen reduzieren und ihre dummdreisten Thesen in die Welt schreien. ‚Der III. Weg‘ ist eine Organisation, die den alten Nazis noch nähersteht als bspw. NPD oder AfD. Diese ‚Partei‘ will am 1. Mai in Gera marschieren. Damit wird das Andenken der gefallenen Arbeiterkämpfer des Haymarket-Aufstandes von 1886 und das der vielen GewerkschafterInnen, die nach dem 1. Mai 1933, nach der Gleichschaltung der Gewerkschaften durch die Nationalsozialisten, verschleppt und ermordet wurden, beschmutzt. Das werden wir nicht unbeantwortet lassen!“, so der Gewerkschaftspolitiker.

Die Neonazi-Partei ‚Der III. Weg‘ plant eine Demonstration in Gera und mobilisiert in neofaschistischen Kreisen für die Veranstaltung, weit über die Grenzen Thüringens hinaus. Kräuter kommentiert diese Pläne: „Es ist bedauerlich, dass noch heute so viele Menschen den vermeintlich einfachen, falschen Antworten der Nazis auf den Leim gehen. Da ist es ein starkes und deutliches Zeichen und ein absolutes Novum, dass in Thüringen nicht nur die Gewerkschaften und der DGB zum 1. Mai in Gera mobilisieren, sondern dass auch die Landesregierung, die Thüringer Arbeitgeber und ihre Verbände und die Oberbürgermeisterin der Stadt Gera, Dr. Viola Hahn, diesen Aufruf unterstützen. Ich werde solidarisch an der Seite der Demokratinnen und Demokraten stehen und fordere alle Bürgerinnen und Bürger auf, Zivilcourage gegen Nazis zu zeigen und den traditionellen 1. Mai mit ihrer Anwesenheit zu unterstützen.“