28. Oktober 2016

Bundesländervergleich zeigt Licht und Schatten in der Sprachkompetenz der Neuntklässler

„Die heute vom IQB veröffentlichte Studie zum bundesweiten Vergleich der Sprachkompetenz in 2015 enthält viel Licht und auch Schatten“, sagt Torsten Wolf, Bildungspolitiker der Linksfraktion. „So ist festzustellen, dass in den Kompetenzbereichen Zuhören, Orthografie und Lesen in der 9. Klasse im Fach Deutsch die Thüringer Schülerinnen und Schüler jeweils über dem Bundesdurchschnitt liegen. Auch ist sehr erfreulich, dass der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die im Fach Deutsch in diesen drei Kompetenzbereichen den ermittelten Regelstandard übertreffen, in Thüringen jeweils über den bundesdeutschen Schnitt liegt.“

Das zudem noch in den Jahren 2009 bis 2015 die Entwicklung derjenigen Schülerinnen und Schüler, die den Regelstandard entsprechen, positiv in Thüringen sei, runde das gute Bild im Fach Deutsch ab. „Leider haben wir aber im Fach Deutsch in diesen Kompetenzbereichen in der Entwicklung 2009 bis 2015 nahezu ebenso viele Schülerinnen und Schüler, die den Mindeststandard nicht erreichen. Ein Befund, der zu diskutieren sein wird“, so Wolf weiter.

„Wo Licht ist, ist leider auch Schatten.“ In der IQB-Studie wurde dies in den beschriebenen Kompetenzbereichen im Fach Englisch festgestellt. So schneiden die Thüringer Schülerinnen und Schüler in der Jahrgangsstufe 9 im bundesdeutschen Schnitt schlechter ab beim Leseverstehen und Hörverstehen als ihre Altersgefährten. „Auch wenn hier der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die den Regelstandard übertreffen, in Thüringen größer ist als der Anteil, die ihn nicht erfüllen, kann dies kein zufriedenstellendes Ergebnis sein“, betont der Abgeordnete. „Dass in Thüringen die soziale Herkunft der Schülerinnen und Schüler nicht in dem Maße die erreichten Ergebnisse bestimmt wie in anderen Bundesländern und zudem in Englisch einen vorderen Platz einnimmt, kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die „Koppelung zwischen der sozialen Herkunft und den Kompetenzen der Jugendlichen…auch im IQB-Bildungstrend substantiell‘ ist, wie die Autoren feststellen. Dies macht einmal mehr deutlich, dass Herkunft in Deutschland immer noch Zukunft bestimmt, wenn auch in Thüringen in einem geringeren Maße als in anderen Bundesländern“, so Torsten Wolf weiter.

„Die Ergebnisse des IQB-Bildungstrends beleuchten das erreichte wie die Herausforderungen des Thüringer Bildungssystems exemplarisch. Fachunterricht, geringer Unterrichtsausfall, motivierte und engagierte Lehrerinnen und Lehrer und individuelle Förderung sind die Bausteine für eine Kompetenzentwicklung bei Schülerinnen und Schülern, die ihnen den Weg ins Leben bereiten können. Leider müssen wir feststellen, dass in den letzten Jahren gerade beim Thema Absicherung des Fachunterrichts und Unterrichtsausfall die Thüringer Schulen größere Probleme durch Erkrankungen, Schwangerschaften und zusätzlichen Aufgaben hatten. Die Fraktion DIE LINKE wird die Haushaltsberatungen für den kommenden Doppelhaushalt nutzen, um mit deutlich mehr Neueinstellungen von 1.000 Lehrern pro Jahr den Fachunterricht besser abzudecken und durch den weiteren Aufbau einer Vertretungsreserve Unterrichtsabsicherung gewährleisten zu können. Hier hat das TMBJS unsere volle Unterstützung bei den Haushaltsverhandlungen. Wir sehen durch den nun erreichten Kompromiss beim Länderfinanzausgleich auch genügend Spielraum, solide Haushaltspolitik mit guter Bildungspolitik zu verbinden. Darauf können sich die Menschen in Thüringen verlassen.“ stellt der bildungspolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE, Torsten Wolf, der gleichzeitig Mitglied im Haushalts- und Finanzausschuss ist, klar.