28. März 2014

Offene Fragen bei der Nahverkehrsplanung

Nach Auffassung der LINKEN im Thüringer Landtag orientiere der mit einem Jahr Verspätung erschienene Nahverkehrsplan für den Schienenverkehr fast ausschließlich auf den ICE-Knoten Erfurt. Die Probleme für die anderen Teile des Flächenlandes Thüringen zeichneten sich bereits jetzt ab. Die Verkehrsexpertin der LINKEN, Dr. Gudrun Lukin, fordert daher einen Ersatz für die Fernverkehrsanbindung von Ostthüringen und Weimar sowie einen thüringenweiten integrierten Taktfahrplan für den Bahn- und Busverkehr.

DIE LINKE sehe noch deutliche Potentiale für die Nachfragesteigerung der Bahnlinien. Hinzu komme, dass die Verkürzung von Reisezeiten auf einigen Strecken mit der Aufgabe von Bahnhaltepunkten einhergehen solle, wie z.B. auf der Strecke Nordhausen - Erfurt. Nach Auskunft der Landesregierung würden bis 2015 zwar keine Streckenstilllegungen vorgenommen oder Haltestellen aufgegeben, sehr wohl aber Prüfungen der Bahnhalte mit niedriger Nachfrage vorgenommen. Für Frau Dr. Lukin wäre aber gerade hier eine Einrichtung von Bedarfshalten zu planen.

Nach den Vorstellungen der LINKEN müsse die Erreichbarkeit von zentralen Orten, Wohn- und Arbeitsplätzen, Schulstandorten und Gewerbegebieten zukünftig stärker durch den ÖPNV ausgebaut werden. Dr. Lukin sagt dazu: "Es kann und darf nicht sein, dass weitere ländliche Regionen vom Bahnverkehr abgehängt werden." Sie fordert die Bürgerinnen und Bürger, die Kommunen, die Tourismusverbände, die Wirtschaftsunternehmen und die Regionalplanungsgemeinschaften auf, hier sehr deutlich ihre Vorstellungen in die zukünftige Entwicklung des Bahnnetzes einzubringen.