31. August 2014

Ausbildungsverbünde in Gefahr

„Es ist unverantwortlich, dass unmittelbar vor Schuljahresbeginn die Existenz der Ausbildungsverbünde nicht gesichert ist“, sagt die Landtagsabgeordnete Ina Leukefeld. Die Arbeitsmarktexpertin Linksfraktion bezieht sich auf Befürchtungen Südthüringer Ausbildungsverbünde. Nach deren Aussage stehen zu Beginn des neuen Ausbildungsjahres bis zum Jahresende lediglich 58 Prozent der notwendigen Mittel bereit.

„Die Ausbildungsverbünde haben sich bewährt und sind für die klein- und mittelständischen Unternehmen unverzichtbar. Schließlich geht es um die Ausbildung eines qualifizierten Facharbeiternachwuchses“, unterstreicht Frau Leukefeld.

Angesichts der Finanzlage musste den Mitarbeitern gekündigt werden. „Es ist unverständlich, dass Land und IHK  die Zerschlagung einer funktionierenden Struktur billigend in Kauf nehmen“, so die Abgeordnete weiter.
Ursache für diese Situation ist die Tatsache, dass es bis jetzt nicht gelungen ist, die Richtlinie für Aus- und Weiterbildung für die Verwendung der Mittel des Europäischen Sozialfonds (ESF) verbindlich auf den Weg zu bringen. „Ich bin es leid, dass sich die Verantwortlichen zwischen Erfurt und Brüssel immer gegenseitig die Schuld zuschieben. Jeder wusste, dass zum 1. Januar 2014 die neue Förderperiode beginnt. Nun soll es vor dem 1. Januar 2015 keine bestätigte Richtlinie geben“, kritisiert Ina Leukefeld.
Aus dem Europäischen Sozialfonds erhält das Land Thüringen in der laufenden Förderperiode bis 2020 499 Mio. Euro. Die Gesellschaft für Arbeit und Wirtschaftsförderung verwaltet die Mittel seit vielen Jahren im Auftrag des Thüringer Wirtschaftsministeriums. Leukefeld warnt davor, die Mittel nicht zügig und sachbezogen im Interesse der jungen Menschen und der Thüringer Wirtschaft einzusetzen. „Das Geld ist wichtig und eine Investition in die Zukunft, damit gute Bildung und Arbeit gesichert werden. Das ist langfristig der entscheidendste Beitrag zur  Verhinderung von sozialer Schieflage und von Armut."
Die LINKE-Abgeordnete fordert die Landesregierung und die Kammern auf, gemeinsam dafür zu sorgen, dass die Ausbildungsverbünde in ganz Thüringen erhalten bleiben.