31. Mai 2012

Rückbau außerbetrieblicher Ausbildungsstellen notwendig

„Bei den Thüringer mittelständischen Unternehmen hat sich in den letzten beiden Jahren die Ausbildungsbereitschaft stark verbessert. Das Verhältnis von Bewerberzahlen zu betrieblichen Ausbildungsstellen ist dadurch in Thüringen heute erheblich besser als zum Beispiel in Sachsen-Anhalt", sagt die ausbildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion Susanne Hennig.

Sie habe in den letzten Jahren die Ausbildungsbereitschaft der Thüringer Unternehmen häufig genug kritisiert hat. Nun komme es darauf an, dass die Unternehmen die Umfeld-Bedingungen – vom Ausbildungsentgelt bis zur Betreuung – so gestalten, dass die Ausbildungsplätze auch durch Thüringer Jugendliche besetzt werden könnten, so Hennig weiter.
 
Damit möglichst viele betriebliche Ausbildungsplätze besetzt werden können, fordert die LINKE Politikerin von der Landesregierung aber auch einen sofortigen Rückbau der noch viel zu hohen Zahl außerbetrieblicher Ausbildungsstellen: „Es kann nicht sein, dass zum jetzigen Zeitpunkt, also Monate vor Beginn des Ausbildungsjahres, erneut mehr als 500 Jugendliche bereits in weiteren Schulbesuch bzw. außerbetriebliche Maßnahmen vermittelt sind.“ Hier werde sehr oft nur auf eine richtige Ausbildung vorbereitet oder die Maßnahmen dienten anderweitig als Warteschleife.

„Solche teuren Null-Runden für Jugendliche und Wirtschaftsbetriebe kann sich Thüringen nicht mehr leisten", betont Frau Hennig und verweist darauf, dass die Übernahmechancen für betrieblich ausgebildete Lehrlinge je nach Branche zwischen 55 und 65 Prozent liegen, während außerbetrieblich ausgebildete Jugendliche nach der Ausbildung oft nur schwer und mit großem Verzug Zugang zum Arbeitsmarkt finden.