31. Mai 2012

Barrierefreie Kommunikation abgelehnt

„Die Koalition ist nicht bereit, für Menschen mit Behinderungen die Freiheit zur Beschaffung, zum Empfang und zur Weitergabe von Informationen zu gewährleisten“, kritisiert die behindertenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, Karola Stange, und bezieht sich auf die Ablehnung des Antrages der Linksfraktion „Moderne barrierefreie Informations- und Kommunikationsplattform in Thüringen“ heute im Landtag.
 
Im Antrag der LINKEN wird u.a. gefordert, dass die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, die Plenarsitzungen, die öffentlichen Ausschusssitzungen des Landtages sowie den Livestream der Plenarsitzung durch den Einsatz von Gebärdendolmetschern zu übersetzen. Der Antrag selbst wurde auch in Leichter Sprache, Brailleschrift und mittels einer Audiodatei in den Landtag eingebracht.

„Die Parteien der Koalition flüchten sich in scheinheilige Begründungen. Es gäbe keine finanzielle Untersetzung der Forderungen oder dass schon ausreichende Regelungen im Thüringer Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention enthalten seien“, sagt Frau Stange und betont: „Mit der Ablehnung unseres Antrages tritt die Landesregierung das diesjährige Motto des Europäischen Aktionstages für Menschen mit Behinderung `Jede Barriere ist eine zu viel` mit Füßen. Barrierefreiheit ist eine wesentliche Voraussetzung für eine inklusive Gesellschaft. Das macht auch Artikel 9 der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen deutlich.“