29. Februar 2012

Alleinerziehende am stärksten von Armut betroffen

Alleinerziehend zu sein, ist das Armutsrisiko schlechthin, stellt die Studie „Arme Kinder, arme Eltern: Familien in Hartz IV“ des Paritätischen Gesamtverbandes fest, die heute vorgestellt wurde. Dies gelte besonders für Thüringen, in dem jede zweite Alleinerziehenden-Familie in Armut lebt, so Karola Stange, gleichstellungspolitische Sprecherin der Linksfraktion.

Wie die Studie zeige, haben viele Frauen, die ihre Kinder alleine erziehen, keinen Schul- und schon gar keinen guten Berufsabschluss, sagt die Abgeordnete und fordert: „Dieses Problem muss ernst genommen werden, sonst gehen die arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen an der Realität der Familien vorbei.“

Es helfe insbesondere nicht, auf die scheinbar zurückgehende Armut zu verweisen. Selbst, wenn nicht mehr jedes vierte, sondern jedes fünfte Kind in Armut lebe, seien das in Thüringen weit über 400.000 Kinder, denen „nachhaltig Lebenschancen vorenthalten werden. Wir können aber auch die Frauenarmut nicht als schicksalhaft hinnehmen“, stellt Karola Stange fest.

Entscheidend sei, die Ursachen der Armut tatsächlich zu analysieren und passförmige Angebote zur Armutsüberwindung zu schaffen. „Wir brauchen Angebote für Schwangere und junge Mütter, ihren Schulabschluss zu machen und einen Beruf zu erlernen, auch wenn dies durch Mutterschutz und Erziehungszeiten unterbrochen wird“, betont die LINKE Politikerin.

Darüber hinaus bleibe gültig, was schon immer gegolten habe: „Hartz IV ist und bleibt eine Armutsfalle und muss überwunden werden, ausreichende Krippen- und Kita-Plätze müssen zur Verfügung gestellt werden und Kinder aus armen Familien müssen besonders gefördert werden“, so Frau Stange abschließend.