30. August 2012

Eurokrise kommt in Deutschland an - Arbeitsmarktstatistik deutet Kehrtwende an

Den dritten Monat in Folge steigt die Arbeitslosigkeit leicht an. „Nach dem erst kürzlichen Unterschreiten der 100.000er Marke scheint sich mit einer erneuten Zunahme der Arbeitslosen um mehr als 1.500 Menschen auf 96.591 der Aufwärts-trend der letzten Jahre endgültig umzukehren", konstatiert die arbeitsmarktpoliti-sche Sprecherin der Linksfraktion, Ina Leukefeld.

Mit Besorgnis stelle sie fest, „dass auch die Zahl der Arbeitslosen im Rechtskreis des SGB II und damit vor allem der Langzeitarbeitslosen wieder gestiegen ist. Dies verheißt nichts Gutes für die Perspektiven von Menschen mit Vermittlungshemmnissen und Handicaps“, so Leukefeld weiter. Zu zwei Dritteln betreffen die höheren Zahlen in Thü-ringen Frauen. „Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung steigen allgemein – zugleich sind aber wieder mal Frauen die ersten und Hauptleidtragenden der Entwicklung“, so die Arbeitsmarktpolitikerin weiter.

„Angesichts dieser Entwicklung ist es fatal, dass die Einschnitte bei Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik vor allem einen Sinn und Hintergrund hatten: Geld einzuspa-ren. In Thüringen waren es allein in den letzten beiden Jahren insgesamt 110 Millionen Euro Bundesmittel weniger, die dem so genannten Sparpaket zum Opfer gefallen sind. Angesichts der kommenden Wirtschaftskrise, deren erste Vorläufer wir jetzt bereits se-hen, ist es dringend erforderlich umzuschwenken. Der aktuelle Weg wird die Krise zu-spitzen und am Ende vor allem nur notdürftige Reparaturen mit sich bringen. Dies hilft den Betroffenen nicht weiter“, kritisiert Ina Leukefeld.

„Mit dem öffentlich geförderten Beschäftigungssektor (ÖBS) besitzt die LINKE ein be-reits erprobtes und erfolgreiches Projekt, welches angesichts der kommenden Krise existenzsichernd Beschäftigung erhalten und zugleich Arbeitskraft in gesellschaftlich notwendigen Bereichen einsetzen könnte“, betont die Abgeordnete.

Abschließend fordert Leukefeld die Landesregierung auf, die ideologischen Scheuklap-pen fallen zu lassen und „mit uns gemeinsam an der Umsetzung eines ÖBS für Thürin-gen zu arbeiten. Dies wäre im Sinne der Betroffenen – der jetzigen und zukünftigen!“