26. Oktober 2010

Gerecht geht anders - Demonstration am 13.11.2010 in Erfurt

Gerecht geht anders - Demonstration am 13.11.2010 in Erfurt (15)

Selbst optimistische Prognosen hatten nicht mit so vielen Menschen gerechnet, die am 13. November auf die Straße gingen, um unter dem Motto „Gerecht geht anders“ für einen politischen Kurswechsel zu demonstrieren und ihre ablehnende Haltung zur Politik der schwarz-gelben Regierung, die das Land immer stärker spaltet und zu einem „Raubbau an den Sozialversicherungssystemen“ führt, unmissverständlich deutlich zu machen. Mehr als 100.000 waren es bundesweit, allein in Erfurt etwa 6000. So kamen mit dem restlos überfüllten Sonderzug aus Eisenach fast 600 Menschen, hunderte andere in Bussen u.a. aus Suhl, Nordhausen, Gera und Jena. Die IG Metall, des DGB und andere Gewerkschaften, LINKE, SPD und Grüne sowie verschiedene Sozialorganisationen, wie der VdK und die Volkssolidarität, und das in diesem Jahr neu gegründete Thüringer Sozialbündnis hatten dazu aufgerufen. Mit Trommeln und Transparenten, Trillerpfeifen und Sprechchören zogen die Demonstranten zur besten sonnabendlichen Einkaufszeit in Sternmärschen durch die Erfurter Innenstadt auf den Anger – für ein „Gutes Leben“ gegen Sparpakete und Rente mit 67, für existensichernde Löhne und gegen Leiharbeit und Hartz IV, für eine gerechte Bürgerversicherung und gegen Kopfpauschalen. An den vier Stellplätzen fanden kleine Auftaktkundgebungen statt. Die stellvertretende Landesvorsitzende der LINKEN und arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Thüringer Landtag, Ina Leukefeld, überbrachte beim Sammelpunkt gegenüber der Staatskanzlei die solidarischen Grüße des zeitgleich in Steinthaleben tagenden Landesparteitages und unterstrich u.a. die Forderung der LINKEN nach gesetzlichen Regelungen zur Gleichbehandlung von Leih- und Regelarbeitsplätzen. Skandalös: Im Niedriglohnland Thüringen werden auch die Leiharbeiter am schlechtesten bezahlt. Auch auf der zentralen Kundgebung vor dem Karstadt-Kaufhaus wurde die Ausweitung von Leiharbeit und Arbeitsbefristung angeprangert. „Wer Fachkräfte haben will, muss sie gut ausbilden, anschließend übernehmen, vernünftig bezahlen und ihnen eine Zukunft in der Region bieten“, hatte ein Auszubildenden-Vertreter aus Erfurt unter starken Beifall erklärt. Scharf attackierte der Vorsitzende des DGB-Bezirks Hessen-Thüringen, Stefan Körzell, die CDU-Fraktion im Thüringer Landtag, der das Mittelstands- und Vergabegesetz nicht passe – „ein Gesetz gegen Lohndumping und für Tariftreue“. Die Proteste seien nur der Anfang - die Ansage des IG Metall Bezirksleiter Armin Schild zum Schluss der Demo, der auch der Regen nichts anhaben konnte, wurde mit lautstarkem Beifall bekräftigt.

Quelle: http://www.die-linke-saalfeld-rudolstadt.de/mediathek/fotos_2010_2011/gerecht_geht_anders_demonstration_am_13112010_in_erfurt/