Podiumsdiskussion - Evangelium und Politik

Podiumsdiskussion - Evangelium und Politik (24)

4. 3. 2010 | 19:30 Uhr Reinhard Höppner und Martin Stöhr im Gespräch mit Bodo Ramelow und Dr. Klaus Zeh Veranstaltet von: Martin-Niemöller-Stiftung und Ev. Augustinerkloster Evangelium und Politik – Ein Streitgespräch Dr. Reinhard Höppner, Ministerpräsident a.D. und Prof. Dr. Martin Stöhr, Vorsitzender der Martin-Niemöller-Stiftung im Gespräch mit Bodo Ramelow MdL (DIE LINKE), Fraktionsvorsitzender und Dr. Klaus Zeh, MdL (CDU) Moderation: Regionalbischöfin Elfriede Begrich Augustinerkloster, Lutherfestsaal Erfurt, Augustinerstraße 10, Beginn: 19:30 Die Bibel als Lehrbuch für Politik „Religion soll sich aus der Politik raushalten““ oder „Kommen Sie mir bitte nicht mit Moral. Es geht um Sachfragen“ oder „Religion ist Privatsache“: So oder ähnlich wehren Berufspolitiker gerne kritische Einwände z.B. von kirchlicher Seite ab. Wer aber Politik versteht als menschliche Bemühung um ein menschliches Leben, Zusammen- und Überleben, der muss sich auch der Frage stellen, was Gerechtigkeit und Recht, Barmherzigkeit und Menschenwürde heute bedeuten. Genau dies sind aber auch zentrale Begriffe der Bibel. Deren konkrete Umsetzung ist mühsam und demokratisch zugleich. Die christlich-jüdische Tradition hat hier eine ebenso kritische wie konstruktive Aufgabe. Auch wenn es die negativen Beispiele eines Mißbrauchs der Religion für politische Zwecke gab und gibt, so verliert keine Gruppe dadurch das Recht, sich an Alltagsaufgaben zu beteiligen. Der Himmel bewahre uns genau so vor „Hauptverwaltungen ewiger Wahrheiten“ (R. Havemann) wie vor einer Gleichgültigkeit, die geschehen läßt, was geschieht. Die Erfahrungen von Christen in der DDR und in der alten Bundesrepublik kommen in diesem Augustinergespäch ebenso zu Sprache wie die Frage, ob das Evangelium heute Wegweiser für die Politik sein kann.

Quelle: http://www.die-linke-saalfeld-rudolstadt.de/mediathek/fotos_2010_2011/evangelium_und_politk/