10. November 2016 Birgit Pätzold

Heute ist Weltjugendtag

„Freund, reih dich ein, dass vom Grauen wir die Welt befrei‘n!“

Sicher erinnert sich noch die eine oder andere Leserin, der eine oder andere Leser, an das Weltjugendlied, an den Weltjugendtag, an die Weltfestspiele der Jugend und Studenten.
Am 10. November wurde in der DDR der Weltjugendtag begangen – nicht zu verwechseln mit dem von Papst Johannes Paul II. initiierten Weltjugendtag der römisch-katholischen Kirche. Den gibt es erst seit 1984.

Der erstere erinnerte an den Gründungstag des Weltbundes der demokratischen Jugend (WBDJ). 437 Delegierte aus 63 Ländern, die 30 Millionen Jugendliche vertraten, gründeten am 10. November 1945 diese größte internationale Jugendorganisation. 1948 wurde die FDJ aufgenommen.

Von den Vereinten Nationen wurde der WBDJ als internationale nichtstaatliche Jugendorganisation anerkannt. Die Mitgliedsorganisationen (1973 waren es mehr als 200 aus 103 Ländern) gehörten den verschiedensten politischen Richtungen und religiösen Bekenntnissen an.

Ziel des WBDJ war der Kampf gegen Rassismus, Faschismus und Krieg sowie gegen koloniale Unterdrückung. Der WBDJ trat für Frieden, gesellschaftlichen Fortschritt, Solidarität und die Rechte der Jugend ein.

Und heute? Den Weltbund der Demokratischen Jugend gibt es noch immer. Seine Ziele sind dieselben geblieben. Dem WBDJ gehören mehr als 150 Mitgliedsorganisationen an, darunter auch zwei deutsche: die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ) und die Freie Deutsche Jugend (FDJ).

Auf die X. Weltfestspiele in Berlin, an die sich sicher viele Anstoß-Leserinnen und -Leser erinnern können, folgten 1978 die 11. In Havanna, 1985 die 12. In Moskau – mit 26.000 Teilnehmern aus 157 Ländern – und 1989 die 13. in Pjöngjang – mit 10.000 Teilnehmern aus 177 Ländern.

Aber auch nach der Wende gelang es dem Weltbund der Demokratischen Jugend, Weltfestspiele mit zahlreichen Teilnehmern zu organisieren: 1997 nochmals in Havanna, dann 2001 in Algier, 2005 in Caracas, 2010 in Pretoria und 2013 in Quito.
Für Oktober des kommenden Jahres sind die 19. Weltfestspiele geplant. Sie sollen in Russland stattfinden, in Sotschi.

Die Delegierten des ersten internationalen Vorbereitungstreffens der 19. Weltfestspiele, das in Venezuelas Hauptstadt Caracas tagte, einigten sich auf das Motto des Festivals: „Für Frieden, Solidarität und soziale Gerechtigkeit, kämpfen wir gegen den Imperialismus. Indem wir unsere Vergangenheit ehren, bauen wir die Zukunft auf“. Erwartet werden rund 30.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus aller Welt.

Gewidmet ist das Festival dem 100. Jahrestag der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution sowie dem 70. Jahrestag der ersten Weltfestspiele, die 1947 in Prag stattgefunden hatten. Erinnert werden soll außerdem an den 50. Jahrestag der Ermordung Che Guevaras, den 60. Jahrestag der Weltfestspiele 1957 in Moskau sowie an den kürzlich verstorbenen Präsidenten der Demokratischen Arabischen Republik Sahara, Mohamed Abdelaziz, der Zeit seines Lebens gegen den Kolonialismus und für die Unabhängigkeit der Westsahara gekämpft hatte.
Venezuelas Vizepräsident Aristóbulo Istúriz erinnerte in seiner Ansprache auf diesem ersten Vorbereitungstreffen, das vom staatlichen Fernsehen VTV direkt übertragen wurde, daran, dass er selbst dem venezolanischen Vorbereitungskomitee für die X. Weltfestspiele 1973 in Berlin/DDR angehört hatte.

Auch ein Genosse unseres Kreisverbandes hat die X. mit vorbereitet und kann spannende Geschichten erzählen. Einige davon wird er für den Anstoß aufschreiben. Die Redaktion freut sich schon…