2. Februar 2014 HASKALA

Michele Kiesewetter – Thema im Thüringer NSU-Untersuchungsausschuss

Viel Zeit bleibt dem Thüringer NSU-Untersuchungsausschuss nicht mehr. In wenigen Monaten soll laut aktueller Planung bereits der Abschlussbericht geschrieben werden, die Zeugenvernehmungen sind nur bis Ende März angepeilt. „Schon das, was bis jetzt bekannt ist, werden wir nicht mehr mit der Komplexität und Intensität wie bisher aufarbeiten können“ meint Katharina König. Tatsächlich kommt der Ausschuss in große zeitliche Bedrängnis, viele Fragen sind noch offen, immer wieder tauchen neue auf (siehe aktueller Anstoß-Text zum Fall Greger). Aus diesem Grund spricht sich die Thüringer Linksfraktion für eine Fortsetzung des Untersuchungsausschusses in der neuen Legislaturperiode aus. Noch in den kommenden Wochen soll auch der Fall der Polizistin Michele Kiesewetter aus Oberweißbach (Landkreis Saalfeld-Rudolstadt) Thema im Ausschuss werden. Die im Jahr 2007 erst 22-jährige ist das 10. Mordopfer des NSU. Vor allem ihr Tod hinterlässt besonders viele Fragen, da er das rassistische Schema, nach dem die neun anderen Morde offensichtlich verübt wurden, verlässt. Warum wurde gerade sie ausgewählt? Welche Rolle spielte ihre damalige Tätigkeit als verdeckte Ermittlerin? Kannten die Mörder ihr Opfer im Vorfeld? Und spielten auch rechte Verbindungen nach Oberweißbach eine Rolle? Während es Baden-Württemberg bislang noch nicht auf die Reihe bekam, einen eigenen U-Ausschuss einzusetzen, wird nun der Thüringer UA 5/1 versuchen, sich den zahlreichen Fragen im Mordfall Kiesewetter mit Zeugenbefragungen zu nähern. Die nächsten geplanten Ausschuss-Sitzungen sind am 6.2., 10.2., 6.3., 10.3., 27.3. und 31.3.2014. Die Sitzungen starten meistens gegen 9.00 bzw. 10.00 Uhr und sind größtenteils öffentlich. Interessierte sind herzlich eingeladen. Thüringer Landtag, Jürgen-Fuchs-Straße 1, Raum F101.