16. Oktober 2016 Birgit Pätzold

Welthungertag

Seit 1979 findet jährlich am 16. Oktober der Welternährungstag statt, der auch unter dem Namen Welthungertag bekannt ist. – Am 16. Oktober 1945 hatten sich Vertreter von 42 Ländern im kanadischen Quebec versammelt, um die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) zu gründen. Ihr Ziel war es, die globale Ernährung umzugestalten, die Menschheit von Hunger und Unterernährung zu befreien. Heute sind fast 200 Staaten und die EU als Staatenverbund Mitglied der FAO.

Im Jahr 2000 beschloss die UNO acht Millenniumsentwicklungsziele, darunter auch, den Anteil der Hungernden gegenüber 1990 um die Hälfte zu reduzieren. Erreicht wurde das Ziel nicht. Aber im von der UNO veröffentlichten Entwicklungsbericht 2015 wird immerhin ein Rückgang um 39 % konstatiert. Auch das könnte man als großen Erfolg feiern – allerdings ist aufgrund des schnellen Wachstums der Weltbevölkerung die absolute Zahl der Hungernden in diesem Zeitraum gestiegen. Ca. 805 Millionen Menschen sind laut des Vereins Welthungerhilfe (e.V.) chronisch unterernährt. Alle 10 Sekunden stirbt ein Kind an den Folgen des Hungers.

Aktuelles Ziel ist es, den Hunger auf der Welt bis 2030 zu beenden. Die weiterhin steigende Zahl der auf unserem Planeten lebenden Menschen erschwert die Lösung dieser Aufgabe erheblich. Und noch ein weiteres Problem kommt hinzu: der Klimawandel. Diesem Thema widmet sich der Welternährungstag 2016, dessen Thema lautet „Climate is changing. Food and agriculture must too.“ – „Das Klima verändert sich. Ernährung und Landwirtschaft müssen das auch.“

Auf der Internetseite der FAO findet man zahlreiche Hinweise, was jeder Einzelne tun kann, um etwas beizutragen, damit es gelingen kann, dass alle Menschen auf unserem Planeten in Zukunft ausreichend Nahrung und sauberes Wasser bekommen können. Aufgefordert wird unter anderem, kein Wasser zu vergeuden, anstelle von Fleisch mehr pflanzliche Nahrung zu verzehren, die Fischbestände zu erhalten, Böden und Wasser sauberzuhalten, mehr Bio-Produkte zu konsumieren, auf Energieeffizienz zu achten und alternative Energien zu nutzen. Man soll nur kaufen, was man tatsächlich braucht, auch „hässlich“ aussehendes Obst und Gemüse soll man nicht liegenlassen, Verpackungsmüll vermeiden und so viel wie möglich recyceln, Lebensmittel sorgsam aufbewahren, regionale Produkte bevorzugen, Wälder schützen, Papier sparen, (bis hierhin war alles gut. Jetzt bekomme ich ein schlechtes Gewissen:) Fahrrad benutzen, zu Fuß gehen und „Öffis“ bevorzugen…

„Seien Sie ein verantwortungsbewusster Verbraucher! Halten Sie sich auf dem Laufenden über den Klimawandel!“ steht dann noch am Ende der langen Liste.

Einige Hinweise allerdings habe ich nicht gefunden: Tag für Tag werden unzählige Tonnen Lebensmittel vernichtet, um die Preise stabil zu halten. Tag für Tag wird Krieg geführt, wird Regenwald gerodet, wird Kohle und Erdöl verbrannt und der Klimawandel vorangetrieben. Damit muss endlich Schluss gemacht werden! Dann wäre es möglich, die globale Ernährungssituation deutlich zu verbessern.