1. Mai 2014 Heike Bordes

Neues aus dem Kreistag

Am 29.04.2014 traf sich der aktuelle Kreistag zu seiner voraussichtlich letzten Sitzung im Speisesaal der Thüringen Klinik. Das Buffet entpuppte sich bei der mehr als 5-stündigen Sitzung als drittbester Tagesordnungspunkt des Abends.

Übertroffen werden konnte es nur von der Information und Diskussion über die mögliche Einrichtung einer Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge nach Asylantragstellung in den Gebäuden am alten Klinikstandort Rudolstadt. Fraktionsübergreifend bekannte man sich dazu, dass diesen Menschen nach Leid und Flucht nicht auch noch die Menschenwürde genommen werden darf. Die Erstaufnahmeeinrichtung in Eisenberg ist hoffnungslos überfüllt und die dortigen Bedingungen alles andere als dieser Würde entsprechend. Herr Menzel, Leiter der Landespolizeiinspektion Saalfeld, wies alle Bedenken erhöhter Kriminalität im Umfeld einer Erstaufnahmestelle, wie sie von einer Rudolstädter „Bürgerinitiative“ prognostiziert wird, weit von sich. Er nannte die Erstaufnahmeeinrichtung eine Chance für Rudolstadt. Kritik aus den Reihen der SPD durch Herrn Tschöpke, dass man diese Information besser bis nach der Kreistagswahl hätte ruhen lassen sollen, fand nicht nur in unserer Fraktion, stellvertretend geäußert von Andreas Grünschneder, keine Zustimmung.

Erfreulich am Abend war auch die Auszeichnung von Kreistagsmitgliedern, die bereits seit 1990 dem Kreistag angehören. Gleich drei von ihnen kommen aus unseren Reihen. Bärbel Weihrauch, Klaus Biedermann und Andreas Grünschneder gilt Dank und Anerkennung für ihre geleistete Arbeit bei oft starkem Gegenwind.

Weiterer Haupttagesordnungspunkt war die Touristische Entwicklung des Landkreises, gemeinsam mit dem Landkreis Saale-Orla, dessen Landrat vor Ort war. Beinahe wäre der Tagesordnungspunkt nach ein paar kurzen Einleitungen von Landrat Holzhey und Herrn Heß, Geschäftsführer der Tourismus GmbH Oberhof, durch ein Missverständnis beendet gewesen Alle extra angereisten Gäste waren wie die Kreistagsmitglieder erstaunt. Andreas Grünschneder rettete die Situation und ließ den Tagesordnungspunkt erneut eröffnen. Dies nutzte neben dem Landrat des Saale-Orla-Kreises, Herrn Fügmann, der sich zu einer intensiven Zusammenarbeit in Sachen Tourismus mit unserem Landkreis bekannte, unter anderem auch Frau Schlüter vom Regionalverbund Thüringer Wald. Sie vergriff sich mächtig in der ihr zugestandenen Zeit, um mit vielen Worten wenig zu sagen, aber ihr Budget tapfer gegen alle eigenen Gedanken Richtung Saaleland zu verteidigen. Herr Mayrhofer seitens der Thüringer Tourismus GmbH (TTG) erwies sich bei der berechtigten Frage von Herrn Reichl (BIDM), warum sich Städte wie Rudolstadt auf Tourismusmessen nicht mehr mit ihren touristischen Produkten präsentieren dürfen, während der Stand der TTG eher dürftig daher kommt, als äußerst dünnhäutig und konstruktiver Kritik gegenüber verschlossen. Alles in allem gab es interessante Ansätze, die es weiter zu verfolgen gilt, den erhofften Durchbruch sehe ich nicht.

Verschiedenste Wahlkampfgebaren des Abends, die es nicht nur an Geist und Witz fehlen ließen, sondern an Achtung und Sachlichkeit waren so unwürdig, dass man ihnen hier, in meinen Augen, keinen Platz einräumen muss.

Quelle: http://www.die-linke-saalfeld-rudolstadt.de/aktuell/aktuell/detail_nachrichten/artikel/neues-aus-dem-kreistag-5/