20. November 2017 Redaktion Anstoß

Gesamtmitgliederversammlung - Nachlese: Tätigkeitsbericht des Kreisvorstands

Am 21. Oktober 2017 fand die Gesamtmitgliederversammlung unseres Kreisverbandes statt. Unser Kreisvorsitzender berichtete über die in den beiden Jahren seit der Wahl des amtierenden Kreisvorstands geleistete Arbeit.

Zu Beginn führt Rainer Kräuter aus: „Wie doch die Zeit vergeht, wie sich doch die Ereignisse in einer gewissen Ereignisdichte vollziehen, man hat das Gefühl, das Luftholen fällt immer schwerer. Das ist eben aber nur ein Gefühl, welches uns durch die Nutzung der neuen Medien vermittelt wird. Aber eines ist dabei unbestritten, alles wird komplexer – weil alles miteinander zu tun. Gerade deshalb, liebe Genossinnen und Genossen, lasst uns noch genauer sehen, sehen auf die Welt, sehen auf die Partei DIE LINKE, sehen auf den Landesverband und sehen vor allem auf uns. Kraft kommt von innen heraus!“

Mit sehr persönlichen Worten erinnerte unser Vorsitzender an die Genossinnen und Genossen, die uns für immer verlassen haben. „Immer, wenn Menschen eine Organisation durch Austritt verlassen, scheint dieser Prozess umkehrbar. Das ist in der Partei DIE LINKE nicht viel anders als in anderen Organisationen. Geschieht das Verlassen der Organisation durch Ableben, wird der Organisation unwiederbringlich der Verlust an Erfahrung, der Verlust an Werten und der Verlust an Individuen klar. Den Angehörigen bleibt nur die Erinnerung an Liebe, an Tun und Schaffen für die Liebsten, Herzlichkeit und Wärme. Uns allen bleibt das jeweilige Vermächtnis im persönlichen wie auch im politischen Sinne.“ Die Gesamtmitgliederversammlung ehrte die Verstorbenen mit einer Schweigeminute.

Rainer ging dann auf die Bundestagswahl 2017 ein und zeichnet seine Sichtweise der Dinge: „Ich habe vor dem Beginn der Bundestagswahl meine Sichtweise auf die politische Arbeit des Kreisverbandes DIE LINKE bewertet und zusammengefasst. So war ich auch in der Lage, sehr schnell nach dem endgültigen Wahlergebnis diese meine Sichtweise zu reflektieren und wurde bestätigt. Wir waren insgesamt mit den verschiedensten Angeboten zu wenig an den Menschen in der Region dran. Wir haben es nicht verstanden, durch Kommunikation nach außen die Verzahnung der kommunalpolitischen mit den landespolitischen Themen sichtbar zu machen.“

In seiner Rede stellte der Vorsitzende noch einmal die politische Verantwortung des Kreisvorstandes zu den kommunalpolitischen Themen im Landkreis dar, wobei er den kommunalen Mandatsträger ausdrücklich für ihre Arbeit danke. Er äußerte aber auch sein Unverständnis, dass die dargestellte Verzahnung zwischen linker Linie und Anstrengungen bzw. Ergebnissen in der Kommunalpolitik nicht gelungen ist.
Rainer bedanke sich im Fortgang bei den Mitgliedern des Kreisvorstandes für die Zusammenarbeit in den letzten beiden Jahren und stellte fest:
„Ich musste erkennen, dass der Tanker Kreisvorstand kein Schnellboot ist. Ich habe die Arbeit sehr, sehr gerne gemacht – auch wenn nicht alle Erwartungen meinerseits aufgegangen sind. Ich will Euch Kreisvorstandsmitgliedern aber danke sagen – danke auch für Erfahrungen, die ich sammeln durfte. Ich will aber auch danke sagen an die Geschäftsführung. Ohne Geschäftsführung funktioniert ja die Organisation des Kreisvorstand nicht, wenn der Kreisvorsitzende noch andere Aufgaben hat.“

Im Anschluss dankte Rainer unserer Geschäftsführerin Birgit Pätzold mit sehr herzlichen und persönlichen Worten.

Im weiteren Verlauf stellte Rainer auf die Mitgliederentwicklung im Kreisverband ab und fasste zusammen, dass 10 Mitglieder zu uns gefunden haben. Dazu gab es noch Übertritte aus anderen Kreisverbänden.

Dann zeichnete unser Vorsitzender die eigentliche Arbeit nach. Dazu hatten Franziska Kölbl, Karten Treffurth, Ullrich Wichert und Götz Kölbl entsprechende Zuarbeiten geleistet. Über die einzelnen Höhepunkte hatten wir ja monatlich im Anstoß berichtet, so dass an dieser Stelle eine nochmalige Benennung lediglich eine Wiederholung wäre.

Auf einige Stellen im Tätigkeitsbericht des Kreisvorstandes sei aber an dieser Stelle dennoch hingewiesen: „Im Juli 2016 habe ich einen Brief an die Kreisvorstandsmitglieder, alle Mandatsträger im Städtedreieck sowie die Mitglieder der Stadtvorstände geschrieben. In diesem Brief ging es um die Außendarstellung des Kreisverbandes. Der Kreisvorstand befasste sich damit. Nach inhaltlicher Diskussion mit anschließender positiver Abstimmung stelle ich heute kaum oder keine positive Veränderung fest.“

„Der Kreisvorstand rief mit Erfolg zur Teilnahme an den Gegenveranstaltungen zur Thügida-Demo am 18. Februar in Saalfeld auf. Unter dem Motto „Auge um Auge – dem antideutschen Terror eine Adresse geben“ wurde in den sozialen Netzwerken – unter Missbrauch des HASKALA-Logos – von Thügida Hass gegen DIE LINKE geschürt. Es gab auch Morddrohungen gegen unsere Genossin Katharina König-Preuss. Die Solidarität des Kreisvorstandes galt und gilt Katharina und den Mitarbeitern und Gästen des Haskala.“

„Im März informierte der Schatzmeister des Kreisverbandes über den Jahresabschluss 2016, in dem ein Einnahmeüberschuss ausgewiesen wurde. Eine Kontrolle der Landesrevisionskommission verlief ohne Beanstandungen. – An dieser Stelle möchte der Kreisvorstand unserem Schatzmeister Manfred Pätzold ein herzliches Dankeschön für seine in den letzten Jahren geleistete Arbeit aussprechen.“

„Schwerpunkt am 1. Mai war in diesem Jahr Gera, da dort die Nazipartei „Der III. Weg“ einen Aufmarsch angemeldet hatte. Der Kreisvorstand bestätigte die Unterstützung der Veranstaltungen gegen diesen Naziaufmarsch. Um die Kräfte zu bündeln, hatte aus diesem Grund der DGB die traditionelle Maifeier in Saalfeld abgesagt. Wir hoffen, dass die Maifeier am ersten Mai 2018 unter Mitwirkung von uns LINKEN wieder stattfinden wird.“

Zum Schluss des Berichtes hat sich Rainer noch einmal dem Bundestagswahlkampf gewidmet. „Der Kreisvorstand hat sich insbesondere in der Periode vor, aber auch nach dem 24. September 2017 mit der Vorbereitung und Auswertung der Bundestagswahlen beschäftigt. Hier sei vorab festgestellt: Der Kreisvorstand hat zeitig die strategischen wie auch die taktischen Maßnahmen für den Wahlkampf beraten und festgelegt. Ziel war neben der Öffentlichkeitsarbeit vor allem, die Aktionsbereitschaft aller Genoss_innen zu mobilisieren.
Das Phänomen „AfD“ war dabei durchaus zu erkennen, nicht aber die Tiefe der Motive vieler Wähler, mit den Dingen des täglichen Lebens und ihrer Enttäuschung zurechtzukommen. Haben unsere Argumente für soziale Gerechtigkeit, Friedenspolitik, Kampf gegen Rüstung u.a.m. nicht gezündet? Falsch „rübergebracht“? Wir glauben eher, dass viele potentielle Wähler von „linker“ Politik uns bereits in die Reihe der etablierten Parteien eingeordnet haben und uns – wie auch den anderen Parteien – einen Denkzettel verpassen wollten. Sicher ist manches bei einer Bundestagswahl anders zu bewerten als bei einer Kommunalwahl – dennoch, Wahlkampf hin oder her, wir haben bekanntlich viele Stimmen eingebüßt. Jeder, der sich mit den Zahlen beschäftigt, kennt die Verluste. Eines möchte ich aber an dieser Stelle besonders hervorheben. Ich habe versucht, für das Wahlkampfbüro nach besten Kräften Motor und Motivator zu sein. Was dann durch das Kernteam und die Engagierten an Feuerwerk abgefackelt wurde, verdient Hochachtung und Respekt.

Wir haben mit knapp 40 Genossinnen und Genossen unseren Wahlkampf im Haskala mit einer Organisations- und Motivationsveranstaltung eröffnet. Lieber Hassan, lieber Stefan, lieber Tom, liebe Birgit, lieber Sascha, lieber Paul, liebe ‚alle‘ Engagierte – wir haben versucht, einen guten Wahlkampf zu führen. Seid nicht traurig – wir haben sowohl organisatorisch als auch praktisch einen tollen Wahlkampf hingelegt. Vielleicht war es – auch mit kritischen Ansätzen – der Beste im Kreisverband. Nehmt es mir nicht übel, wenn ich die eine oder andere hohe Vorgabe gegeben habe – es war toll, zu sehen, wie wir alle bis zum Rande der körperlichen Erschöpfung wahlgekämpft haben – denkt an die tollen Bilder, die auf unserer Webseite auf ewig abrufbar sind – sie machen stolz, das nimmt uns niemand. Wir können aber noch besser…

Mir war es eine große Freude – Euch in den letzten zwei Jahren begleitet zu haben.“

Quelle: http://www.die-linke-saalfeld-rudolstadt.de/aktuell/aktuell/detail_nachrichten/artikel/gesamtmitgliederversammlung-nachlese-taetigkeitsbericht-des-kreisvorstands/